ZG Raiffeisen lebt Genossenschaftsgedanken

13.06.2016
Von: Ulrike Mayerhofer

Von großer Einigkeit geprägt war die Generalversammlung der ZG Raiffeisen. Die rund 200 Mitglieder, die zur diesjährigen Auflage ins Bühler Bürgerhaus gekommen waren, votierten bei allen Beschlüssen sowie bei den Entlastungen und den anstehenden Aufsichtsratswahlen einstimmig positiv. Insofern schien der Vorstandvorsitzende der ZG Raiffeisen, Dr. Ewald Glaser, in seiner Rede genau den richtigen Nerv getroffen zu haben: „Gerade in schwierigen Zeiten gilt es zusammenzurücken.“


(Bild: Ralf Peter)

(Bild: Ralf Peter)

Die Landwirtschaft steckt tief in der Krise. Die individuelle Situation in den Mitgliederbetrieben bestimmte zahlreiche Gespräche rund um die Veranstaltung, an der inklusive geladener Gäste und ZG Raiffeisen-Mitarbeitern rund 450 Personen teilnahmen. Dass bei einer Lösungsfindung auch Politik und Gesellschaft sowie in erster Linie der Lebensmittelhandel gefragt sind, wurde unter anderem in den Grußworten deutlich. Zugleich unterstrichen sowohl Dieter Blaeß vom Regierungspräsidium Freiburg als auch der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands, Werner Räpple, die hohe Bedeutung der ZG Raiffeisen als "zuverlässiger Partner für die Landwirtschaft."

"Sie stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit", sagte Glaser in Richtung der Mitglieder im Auditorium. Die ZG Raiffeisen richte ihre gesamte Zukunftsstrategie ausschließlich darauf aus, die Wirtschaftlichkeit der Genossenschaft und damit auch die Förderfähigkeit zu erhöhen. Wie in den vorangegangenen Jahren sollen gezielte Investitionen die Leistungsfähigkeit der Geschäftsbereiche stärken. Hinzu kommen erste Schritte in Richtung Digitalisierung.

Die unbedingte Identifizierung der ZG Raiffeisen mit dem Genossenschaftsgedanken zeigt sich auch darin, dass die Ausschüttung an die Mitglieder im Vergleich zum deutlich besser verlaufenen Vorjahr nochmals erhöht wurde. Insgesamt knapp 2 Mio. Euro werden in Form von Warenrückvergütung, Dividende und einer im Vergleich sehr hohen Verzinsung von 4 Prozent auf das Genussrechtskapital ausgezahlt: "Wir sind nicht nur Genossenschaft, wir leben auch Genossenschaft", fasste Glaser dies zusammen.

Die ZG Raiffeisen, so betonte der Vorstandsvorsitzende mehrfach, werde ihre ausgewiesenen Stärken in der hohen Beratungsqualität bei den Themen Pflanzliche Produktion und Vermarktung weiter ausbauen. In den Geschäftsbereichen Technik und Baustoffe stehen die Zeichen auf Konsolidierung. Märkte und Tiernahrung profitieren von den starken Trends Regionalisierung beziehungsweise Biofutter. Und der Geschäftsbereich Energie hat mit den beiden noch jungen Joint Ventures Best Pellets und Biofuels seine Tätigkeit in zwei strategisch aussichtsreichen Geschäftsfeldern erfolgreich intensiviert.

Ihre Zufriedenheit demonstrierten die Mitglieder durch die einstimmige Entlastung der beiden Vorstände Glaser und Gary Rölle sowie des Aufsichtsrats. Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen blieben die Wahlen von Werner Kunz und Christina Burkard in den Aufsichtsrat. Der Landwirtschaftsmeister und die Agraringenieurin ersetzen die ausgeschiedenen Jürgen Freudenberger und Hermann Becker. Bereits im Vorfeld gewählt worden war Roland Jakobi, der als Arbeitnehmervertreter auf Iris Bäuerle folgt.

Die einzige Wortmeldung des Tages gab es im Vorfeld des Beschlusses zur Verschmelzung der Getreidehandelsbeteiligungsgesellschaft mbH auf die ZG Raiffeisen eG. "Diese dient der Vereinfachung unserer Struktur und spart Aufwand und Kosten", erläuterte Gary Rölle die Frage des Landwirts zu den Gründen - offenbar überzeugend: Auch dieser Beschluss blieb ohne Gegenstimmen und Enthaltung.

Bevor sich die Teilnehmer der Generalversammlung im schön geschmückten Bühler Bürgerhaus das gemeinsame Mittagessen schmecken ließen, sorgte Gastredner Professor Manfred Spitzer für einen lebendigen Schlusspunkt. Der Vortrag des Mediziners und Autors zahlreicher Bestseller mit dem reißerischen Titel "Digitale Demenz gegen analoge Bildung" sorgte im Nachgang für reichlich Gesprächsstoff. Amüsante Randnotiz: Das von ihm so stark kritisierte Smartphone hätte Spitzer um ein Haar liegen lassen. Vor allem Kinder, so zeigte der Professor anhand zahlreicher Studien, liefen bei übermäßigem Genuss Gefahr von Computern und Co., geistig zu verkümmern.

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