Insgesamt gute Ernte

14.08.2013
Von: Christina Schnoklake

Am 13. August zog die ZG Raiffeisen auf ihrer traditionellen Getreidepresse-konferenz eine insgesamt gute Bilanz. Hinsichtlich Menge und Qualität stehen die Erträge allerdings hinter den Erwartungen zurück. Dennoch konnte die ZG Raiffeisen-Gruppe ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2013 um 12 Prozent auf 774 Millionen Euro steigern.


v.l.n.r. Franz Utz, Dr. Ewald Glaser, Gary Rölle (Foto: Stefano Colli)

v.l.n.r. Franz Utz, Dr. Ewald Glaser, Gary Rölle (Foto: Stefano Colli)

Vorstand und Vermarktungschef Franz Utz konnten die Pressevertreter dieses Jahr auf dem Spargelhof der Familie Großhans in Hockenheim begrüßen. Erstmals war auch der neue kaufmännische Vorstand der
ZG Raiffeisen, Gary Rölle, dabei.

Die Ernte in Baden-Württemberg wird derzeit auf 3,7 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit rund 1 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Die Aufwuchsbedingungen im Norden des Arbeitsgebietes der ZG Raiffeisen waren 2013 deutlich besser als im Vorjahr. Es gab keine Auswinterungs-
schäden und die regelmäßigen Niederschläge führten in den Gebieten an Main und Neckar sowie im Kraichgau zu guten Getreideerträgen. Im Süden des Arbeitsgebietes hingegen rechnet die ZG Raiffeisen mit einer kleineren Ernte. Bei den angebauten Getreidearten gab es eine deutliche Verschiebung von Sommer- zu Wintergetreide. So wurde die Fläche für Braugerste um etwa ein Drittel eingeschränkt.

Geringere Maisernte

Vor allem der Mais litt unter dem sehr nassen Frühjahr, das viele Felder in eine Seenlandschaft verwandelte und den Boden verschlämmte. Durch die Hitzewelle seit Ende Juni hatte er dann ausgerechnet in der generativen Wachstumsphase mit Wassermangel zu kämpfen. Eine valide Prognose für die Körnermaisernte gibt es nach Aussage von Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen noch nicht. Er erwartet aber zum Teil deutliche Ertragseinbußen von im Schnitt 20 bis 25 Prozent. 

Die Witterungsbedingungen in den kommenden Wochen werden über die Maiserträge in den USA und Südosteuropa entscheiden. Gleiches gilt für die Entwicklung des Sommerweizens in den russischen Regionen Ural, Wolga und Sibirien. „Derzeit sind auf der Nordhalbkugel keine nennenswerten Ernteeinbußen zu erwarten“, so Glaser. Experten gehen von einer Erntemenge in der EU von etwa 300 Millionen Tonnen, das sind ca. 25 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Glaser rechnet daher mit einer Entspannung der globalen Getreidebilanz und entsprechend niedrigeren Preisen. Die ausführlichen Bilanzen für die einzelnen Kulturen finden Sie hier

Optimale Infrastruktur

Für die Landwirtschaft bedeutet das: Bei gestiegenen Betriebsmittelpreisen und Löhnen einerseits und gesunkenen Preisen für etwa gleich große Mengen andererseits, sinkt die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus. Glaser unterstrich daher die Notwendigkeit, alle Anstrengungen zur Kostensenkung in der Wertschöpfungskette vom Lieferant für Betriebsmittel über den Landwirt bis zum Vermarktungspartner fortzusetzen. „Wir leisten unseren Beitrag, indem wir stetig in die Modernisierung unserer Getreideanlagen investieren.“  Die größte Investition der ZG Raiffeisen im laufenden Jahr ist mit 8 Millionen Euro die neue Großtrocknungs- und Siloanlage im Karlsruher Hafen. Dieses neue Getreidedrehkreuz wird mit der diesjährigen Maisernte in Betrieb genommen.

Über Vorkontrakte – ein Exklusivangebot der ZG Raiffeisen für ihre Mitglieder – können Landwirte zudem das Risiko der volatile Getreidemärkte abfedern. Bei einigen Getreidekulturen sind die Erzeugerpreise in den letzten Wochen stark gesunken. „Wer hier frühzeitig investiert hat, kann die Preisentwicklung jetzt entspannter verfolgen“, erläutert Vermarktungschef Franz Utz. Er empfiehlt, etwa ein Drittel der Ernte über solche Vorverträge abzusichern.

„Als Genossenschaft sehen wir in der Optimierung der Wertschöpfungskette eine zentrale und permanente Aufgabe“, sagt Glaser. „Die Atempause der vergangenen zwei Jahre darf weder die Landwirte noch die Agrarwirtschaft zum Zurücklehnen verleiten, sondern muss als Ansporn für weitere Veränderungen genutzt werden.“ Die ZG Raiffeisen gehe hier mit gutem Beispiel voran, wie der neue kaufmännische Vorstand Gary Rölle berichtet. „Wir wollen unsere Betriebsabläufe optimieren“. Dazu müsse die Unternehmensgruppe übergreifende Funktionen noch besser nutzen.

Spargelhof Großhans

Auch die Familie Großhans hat ihren Betrieb in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und vergrößert. Was in den 1980er-Jahren mit 25 Milchkühen, Ackerbau und ein wenig Spargel für die Direktvermarktung begonnen hat, ist inzwischen ein Betrieb mit insgesamt 250 Hektar, davon 30 Hektar Spargel sowie 1.000 Legehennen in Bodenhaltung. Angegliedert ist ein Hofladen für die Vermarktung der eigenen Eier sowie von Obst und Gemüse aus der Region und in der Saison natürlich auch dem eigenen Spargel.

Die ausführliche Pressemitteilung zur Getreidepressekonferenz finden Sie hier.

 

zurück