Der verlängerte Arm

22.07.2011
Von: Jens Kreutzfeldt

Beim 5. Genossenschaftstag Anfang Juli in Bühl zeigten die genossenschaftlich organisierten Unternehmen der Region Mittelbaden Flagge. Vier Geschäftsbereiche der ZG Raiffeisen waren mit eigenen Ständen vor Ort. Anlässlich des Genossenschaftstages sprach der BWGV mit Dr. Ewald Glaser, dem Vorstandsvorsitzenden der ZG Raiffeisen, über die Institution Waren- und Dienstleistungsgenossenschaft.


Bürgermeister und Schirmherr Hans Striebel versucht, Biokraftstoffe am Geruch zu erkennen

Bürgermeister und Schirmherr Hans Striebel am ZG Raiffeisen Energie-Stand zum Thema "Regenerative Energien"

Einen guten Riecher benötigte der Bühler Oberbürgermeister Hans Striebel nicht nur am Stand des Geschäftsbereiches ZG Raiffeisen Energie zum Thema Regenerative Energien. Dort galt es, Biokraftstoffe in Glaskolben am Geruch zu erkennen. Ein gutes Gespür für die Bedürfnisse des Einzelnen in der Gemeinschaft war auch von der Stadt Bühl bei der Organisation des 5. Genossenschaftstages gefordert.

Unter dem Motto „Genossenschaf(f)t Vertrauen! – eine Rechtsform, die verbindet“ präsentierten sich die mittelbadischen Genossenschaften am 2. Juli 2011 auf dem Kirch- und Marktplatz in Bühl. Organisatoren waren der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV), die Volksbank Bühl und die Stadt Bühl. Anlass war der Genossenschaftstag, der vom Verband am Internationalen Tag der Genossenschaften - der 1. Samstag im Juli - begangen wird. Er fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt, erstmals kam das Ereignis dabei nach Bühl.

Traumhaus Marke Raiffeisen

Beim Tag der Genossenschaften durfte die ZG Raiffeisen als die ländliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaft Badens natürlich nicht fehlen. Allgegenwärtig waren die grünen Luftballons mit dem 100 Jahre ZG Raiffeisen-Logo. Die Geschäftsbereiche Baustoffe, Energie, Technik und ZG Raiffeisen Märkte waren jeweils mit eigenen Ständen vertreten. Am Stand der Raiffeisen Baucenter konnten Kinder ihr zukünftiges Traumhaus aus echten Ytong-Steinen vorbauen. Die ZG Raiffeisen Märkte stellten ihr neustes Rasenmäher-Sortiment vor, der Geschäftsbereich Technik die neusten Gartengeräte. Auf der SWR 3-Bühne plauderte Moderatorin Heike Greis zum Thema Genossenschaft mit Prominenten aus Sport und Kultur, die zahlreiche Besucher anlockten.

Genossenschaften für alle Lebenslagen

Ziel der Veranstalter war es, einer Rechtsform ein Gesicht zu geben, die allein in Baden-Württemberg rund 3,6 Millionen Menschen verbindet. Sie alle sind Mitglied in einer der über 800 Genossenschaften des Landes, und es werden stetig mehr. So kann der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) seit zwei Jahren einen deutlichen Zuwachs an Genossenschaftsgründungen verzeichnen. In Baden-Württemberg stehen 379 landwirtschaftliche Genossenschaften im Dienste ihrer Mitglieder. 114.960 Landwirte aus dem ganzen Land sind als Mitglieder die Eigentümer dieser Genossenschaften.

Vertreten waren von der Bau- und Wohngenossenschaft und Energieversorgungsgemeinschaften über Obstbau und Friedhofsgärtnern bis hin zu Banken und Wirtschaftsprüfern nahezu alle Branchen. So war es BWGV-Verbandsdirektor Herbert Schindler in seiner Rede vor allem ein Anliegen, aufzuzeigen, wie gegenwärtig genossenschaftliche Unternehmen und ihre Erzeugnisse inzwischen  im Alltag seien, von dem Geldautomaten der Volksbank bis zum genossenschaftlich gezogenem Obst und Gemüse. „Sie sehen, für und in allen Lebenslagen gibt es Genossenschaften“, sagte Schindler vor einer bunten Menschenmenge auf dem Kirchplatz.

Der verlängerte Arm des Einzelnen

Anlässlich des Genossenschaftstages erläuterte Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen, im Gespräch mit dem BWGV das Profil der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften, zu denen auch die Raiffeisen-Genossenschaften gehören. Deren ureigenste Aufgabe sei zwar die Versorgung der Landwirte mit allen erforderlichen Betriebsmitteln sowie die Vermarktung ihrer Erzeugnisse. Doch damit ist ihre Funktion keineswegs erschöpft. „Die Genossenschaft ist der verlängerte Arm der Landwirte bis in die Regale des Einzelhandels hinein“, sagte Dr. Glaser. Nur mit vereinten Kräften sei man den großen Partnern auf der anderen Seite des Marktes gewachsen.

„Die genossenschaftliche Unternehmensphilosophie ist in der Landwirtschaft aktuell wie eh und je“, so Dr. Glaser. Dabei bewahre sich der Landwirt ein Mitspracherecht. „Die ehrenamtlichen Vertreter der Landwirte im Vorstand und im Aufsichtsrat einer Genossenschaft bestimmen die Investitions-, Produktpolitik und Vermarktungsstrategie. Über die Rechnungslegung vor den Mitgliedern in der Generalversammlung und mit Unterstützung der genossenschaftlichen Prüfung sind Genossenschaften für ihre Mitglieder gläserne Unternehmen.“

Flagge zeigen

Für 2012 haben die Vereinten Nationen das Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Sie wollen damit auf den wichtigen Beitrag aufmerksam machen, den genossenschaftliche Zusammenschlüsse in aller Welt für die Wirtschaftskraft und Stabilität ganzer Regionen leisten. Doch bei weitem nicht nur in Schwellen- und Entwicklungsländern erfüllen Genossenschaften wichtige Funktionen. Genossenschafts- und Raiffeisenverband wollen das Genossenschaftsjahr daher mit einer gemeinsamen Kampagne begleiten, um den Menschen in Deutschland unter dem Motto „Ein Gewinn für alle“ die Genossenschaftsidee näher zu bringen.

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